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Die Gefährten
10.10.2008 von admin.
Mit Gefährten ist der engste Zirkel der Beatles gemeint (nicht die Familie und Ehepartner ). George Martin und Brian Epstein wurden schon in einem früheren Artikel erwähnt. Heute geht es mir um Neil Aspinall, Mal Evans und Geoff Emerick . Aber schön der Reihe nach.
Neil Aspinall und Mal Evans gehörten zur Crew der Beatles. Neil war der Fahrer und Roadie (geb 13.12.1942). Er war ein guter Freund von Pete Best und besuchte das Liverpool Institute And School Art, wo er George Harrison kennenlernte. Nach seinem Studium wurde er zugelassener Steuerberater. Ab 1962 arbeitete er jedoch hauptberuflich bei den Beatles. Er kaufte siche einen alten Kleinbus, mit dem er das Equipment und die Beatles durch das Land kutschierte (die Beatles hatten damals durchschnittlich 30 Auftritte pro Monat, eine beachtliche Menge). Es gibt unzählige Geschichten über waghalsige Autofarten zwischen den Auftrittsorten (manchmal sogar mit kaputter Scheibe im Winter), wo auch schon mal eine Gitarre im Strassengraben verloren ging.
Ab 1968 war er Managing Director von Apple Corps Limited (verantwortlich für die Produktion des Let it be Films). In vielen Publikationen wurde er als der wahre 5-te Beatle gehandelt. Eines ist jedoch gewiss. Neil war ein enger Vertrauter gewesen. Er half durch seine Loyalität das komplizierte Leben des Beatles zu ordnen.
Mal Evens arbeitete in seiner Freizeit als Einlasser im Cavern. Hier lernte er auch Neil Aspinall kennen. Ab 1963 war er dann vollbeschäftigter Roadie und Bodyguard der Beatles. Er wirkte auch bei diversen Aufnahmen (als Geräuschemacher und im Backgroundchor bei A day in the life, Strawberry Fields, Yellow Submarine) mit. Mal hatte zusammen mit Neil eine Wohnung im Westen von London. Er begleitete die Beatles auch privat auf ihren Urlaubsreisen. Als enger Vertrauter hatte er die Möglichkeit viele Photos und Videoaufnahmen zu machen. Im Jahre 2004 tauchte ein Koffer mit Photos, Tagebücher und unveröffentlichten Aufnahmen der Beatles auf einem Flohmarkt wieder auf. Sie stammten von Mal. Leider hatte er ein tragisches Ende. Anfang Januar 1976 wurde er in Los Angeles bei einem Amoklauf (Mal war aufgrund seiner Drogen und Alkoholabhängigkeit stark despressiv) von der Polizei “irrtümlich” erschossen. Die Beamten glaubten, Mal Evans hält einen scharfen Revolver in der Hand…
Neben George Martin gab es noch den Toningenieur, die maßgeblich für den Beatles Sound verantwortlich waren. Zu nennen wäre da Geoff Emerick (der Nachfolger von Norman Smith, der die frühen Sessions der Beatles aufgenommen hatte). Seine erste Session hatte er bei Revolver (1965). Als junger Techniker probierte er viele Sachen aus, die damals völlig unkonventionell, ja sogar unerlaubt waren. Er rückte z.B. die Mikrofone so nahe wie möglich an die Instrumente (close miking war bis dato unbekannt). Dies war aber wegen der möglichen Beschädigung der kostbaren Mikros von der Geschäftsleitung strengstens verboten. Das Resultat war der revolutionäre Beatles Bass/Base Sound mit einem mächtigen Punch. Viele Soundwünsche konnte er durch experimentieren umsetzen. Dabei benutzte er die Studiogeräte of zweckentfremdet. Bei Tomorrow Never Knows schickte er z.B. John Lennons Stimme durch ein Lesslie Kabinet und komprimierte Ringos Drums mit extremen Einstellungen.
Geoff hat auch ein unterhaltsames Buch geschrieben, das ich nur empfehlen kann: “Du machst die Beatles”, erschienen im Blanvalet Verlag. (tbc)
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